Der Internet Explorer 6 muss sterben…

…., aber er kann nicht!

Die Diskussion über das Ableben des IE6 ist momentan größer denn je. Webdesigner und -entwickler fordern mit Nachdruck, dass eine weitere Unterstützung des Internet Explorers 6 unterbunden werden sollte. Die Fakten sind da: Der IE6 ist mitlerweile 8 Jahre alt, kann keine aktuellen Webstandards richtig umsetzten, die Dateiformate .png und .svg werden nur sehr geringfügig unterstützt und er bedeutet oft einen (riesigen) Mehraufwand bei der Umsetzung von Projekten.

Please update!

Die Entwicklung der Debatte rund um den IE6 entwickelt sich momentan dahin, das immer mehr große Web 2.0 Websites die Unterstützung fallen lassen und einen Hinweis darauf anbieten, doch bitte einen neuen und aktuellen Browser zu nutzen. Da ist unter anderem die Initiative „IE6 No More“ mit einer Reihe an unterstützenden Websites und einem Warnhinweis, der allen Usern mit IE6 eine Update Meldung anzeigt.

ie6nomore

Eine weitere Initiative sind die sogenannten „Twibbons“ (Mini Logos auf Twitter Avataren). Hier gibt es ein Twibbon für die Kampangne „IE6 Must Die“ mit mitlerweile mehr als 12.000 aktiv unterstützenden Usern. Der Nachteil hierbei ist, dass sich bei Twitter fast nur Internet Affine Menschen bewegen, welche mit dem IE6 eh nur noch selten was zu tun haben – es ist also nicht viel mehr als ein Statement ohne weiterem wirken.

Die Statistik sagt…

xing_browserGrößere Websites wie Xing („Internet Explorer 6: Bitte wechseln Sie auf einen neueren Browser“) und Digg („Much Ado about IE6“) haben sich in letzter Zeit daran gemacht ihre Statistiken auszuwerten und zu analysieren, wieviel und welche ihrer User noch den IE6 nutzen. Bei Xing ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass die Seitenzugriffe des IE6 in der Woche sehr stark zulegen und am Wochenende eher gering sind. Dies ist ein Hinweis darauf das der IE6 nicht im privaten, sondern eher im wirtschaftlichem Umfeld (Arbeit) genutzt wird.

Und genau hier ist der Knackpunkt, welchen auch Microsoft in einem Pressebericht aufgreift – der IE6 wird von Usern genutzt die aufgrund der eingeschränkten Administrationsrechte im Büro oder aufgrund einer Terminal Server Infrastruktur im Betrieb nicht updaten können. Viele IT-Administratoren fehlt das Budget für ein Update der kompletten Serverlandschaft und verfahren aus diesem Grund nach dem Motto „Never change a running System“ – eben auch aus dem Aspekt heraus das (fast alle) Websites noch für den IE6 optimiert werden.

Fazit

Der IE6 ist ein Browser, welchen niemand haben möchte – aber welcher auch auf absehbarer Zeit nicht so schnell vom Bildschirm verschwinden wird. Man kann den Vorgang als Webdesigner nur damit beschleunigen, indem man die Optimierung (sofern möglich) für den IE6 fallen lässt. Umso mehr Seiten es im Web gibt, die keine Optimierung mehr bieten, desto schwerer wird das arbeiten mit dem IE6 und die Administratoren bzw. Firmen sind irgendwann dazu gezwungen diesen Schritt zu machen.

Andre Teich

arbeitet als Webentwickler und Webdesigner bei der Firma Tintometer in Dortmund. Die Fachgebiete sind die Webentwicklung mit PHP, JavaScript, MySQL, CSS und die Designarbeiten mit der Adobe Creative Suite.

4 Kommentare zu "Der Internet Explorer 6 muss sterben…"

Kathi Wegmann 12. Aug 2009 um 13:05 Uhr

Es gibt so viele neue Möglichkeiten, die Usern den Umgang im Web vereinfachen können & angenehmer machen.
Auf diese neuen Wege möchte ich nicht verzichten.
Ich sehe nicht ein, meine Skills auf dem selben Level verharren zu lassen, weil eine Gruppe User sich nicht weiterentwickeln kann / möchte.

Gleichzeitig verstehe ich auch die Argumentation Microsofts.

Ich verzichte bei meiner Arbeit nicht mehr auf die mir gebotenen Möglichkeiten. Solange die Seite im IE „funktioniert“, und der User eben nur auf ein paar Annehmlichkeiten verzichten muss, kann ich gut damit leben.

Ein 100%iges ausschließen von IE6 Nutzern kann ich mir als Webdesignerin aber einfach nicht erlauben.
Leider…

Gero 24. Dez 2010 um 16:23 Uhr

Ich kenne das Problem nur zu gut mit dem Lieben IE6…
Da hat sich so manche Synapse verabschiedet bis man ein zufriedenstellendes Ergebnis hatte.

Eines tages stolperte ich dann über das Projekt „ie7-js“ mit den einleitenden Worten:

„IE7.js is a JavaScript library to make Microsoft Internet Explorer behave like a standards-compliant browser. It fixes many HTML and CSS issues and makes transparent PNG work correctly under IE5 and IE6.“

…ich war zu Tränen gerührt, denn es funktionierte recht gut :)

ie7-js: http://code.google.com/p/ie7-js/

Frohes Fest und schöne Feiertage!

Werner 29. Jan 2011 um 08:46 Uhr

Es längst an der Zeit, einen klaren Schnitt zu machen, auch wenn es im ersten Moment unpopulär erscheint.

Ein Kunde kann nicht ernsthaft davon ausgehen, dass bei der Entwicklung seiner Website stets die neuesten Techniken verwendet werden, (z.B. HTML5/CSS3) um auf der Höhe der Zeit zu sein. Bei der “Rückwärtskompatibilität” verlangt er jedoch, auch noch so einem Urgestein (IE6) Rechnung zu tragen. Das ist bereits Widerspruch in sich.

Irgend wann ist mal Schluss!

Als Autoverkäufer verkaufe ich auch nicht neue Karossen mit alter Technik, der Kunde würde sofort reklamieren.
Warum also dieses Gezetere bei einer Website?

André 04. Mrz 2011 um 09:53 Uhr

Also ich habe letzte Zeit die Erfahrungen damit gemacht das ich auf eine IE6 anpassung verzichtet habe.

Ganz einfach ist es eigentlich mit Google Analytics zu analysieren ob es für den Kunden Sinn macht – und sollte es sinn machen – auch einfach extra berechnen.

Sollte der IE6 mit unter 8% der Clicks dabei sein macht es absolut keinen Sinn mehr und man kann auf neuere Techniken zurückgreifen und den IE6 hinten abfallen lassen.

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