Apple Magic Mouse im Test

Als Apple vor knapp 2 Wochen die neue Magic Mouse vorgestellt wurde war die Begeisterung groß – endlich ein neues innovatives Bedienkonzept, das nervige Mausrad ist Geschichte und viele neue Möglichkeiten durch die Multitouch Oberfläche, ähnlich dem iPod Touch oder iPhone.

Die neue Multitouch Oberfläche eröffne neue Bedienkonzepte und vereinfache die Benutzung von vielen Programmen – das war der erste Gedanke vieler Anwender. Doch stimmt das auch? Erste Bedenken gab es, als Apple ein Video über die Bedienung der Maus herausbrachte. Die verschiedenen Funktionen wurden aufgezeigt und ließen sowohl gutes, als auch schlechtes erahnen.

Positiv ist, dass das Mausrad der Vergangenheit angehört. Die Mighty Mouse sammelte an dieser Stelle oft viel Dreck, so das nach kurzer Zeit die Benutzung nicht mehr möglich war und das Mausrad hakte – auch weiterhin Positiv ist die „wisch“ Funktion bei der man mit 2 Fingern zur Seite wischt um eine Seite oder ein Foto zurück oder vor zu blättern.

Negative Stimmen wurden zu der Ergonomie laut – während Hersteller wie Logitech und Microsoft jahrelang an der Ergonomie basteln um die natürliche Form der Hand nachzubilden, baut Apple auf die eigene große Stärke – das Design. Die Magic Mouse ist ein echter Hingucker und bereichert jeden Schreibtisch, aber auf Kosten der Ergonomie? Diese Frage wird noch zu klären sein.

Bestellen & Auspacken

Ich, als „Early Adopter“ und Technik Fetischist konnte keine Sekunde warten und bestellte so schnell wie nur möglich. 5-7 Werktage Lieferzeit hieß es – jeder Tag natürlich einer zu lang. Doch dann am letzten Freitag, den 30. Oktober war es so weit und ich erhielt, wie auch alle anderen die sofort bestellten die neue Maus.

Die bei Apple so geliebte Auspackzeremonie ging sehr schnell von statten. Die Maus ist ähnlich den iPods in einer durchsichtigen Plastikschale gehüllt und lässt einen direkten Blick auf die Maus zu – wohl auch um einfach schon im Verkaufsregal zu demonstrieren wie hübsch diese Maus ist. Eine CD oder ausführliche Anleitung ist nicht vorhanden.

Anschließen & Loslegen

Die Magic Mouse wird genau wie bereits die schnurlose Variante der Mighty Mouse über Bluetooth an den Mac gekoppelt. Dafür wird in den Systemeinstellungen der Menüpunkt Bluetooth aufgerufen, wo anschließend nach der neuen Maus gesucht werden kann. Ist die Maus einmal gefunden wird eine Verbindung aufgebaut und die Maus ist sofort Einsatzfähig – allerdings nur mit abstrichen.

Um den vollen Funktionsumfang zu nutzen muss zuerst per Software Update ein neuer Treiber heruntergeladen werden – bei Leopard um die 30Mb und bei Snow Leopard so um die 60Mb. Nach der Installation und einem anschließendem Reboot funktioniert nun alles wie es soll und die Maus Einstellungen bekommen ein neues Outfit. Mehr Einstellmöglichkeiten und ein kleines Video zu jedem Punkt – vorbildlich Apple!

Im Alltag

Am Wochenende dann habe ich die revolutionäre Maus ausfürhlich getestet. Firefox, iPhoto, Tweetdeck, Photoshop – alle Programme die der geneigte Webdesigner oder Webentwickler öfters mal nutzt. Der erste Eindruck – Wunderbar! Scrollen funktioniert super, in alle Richtungen ohne Probleme und an jeder Stelle der Maus. Klicken, ähnlich der Mighty Mouse funktioniert auch super – ein Druckpunkt ist nach wie vor Vorhanden, zum Rechtsklicken muss der Zeigefinger angehoben werden und im rechten Bereich der Maus gedrückt werden.

Doch auch Nachteile bzw. nicht zu Ende gedachte Funktionen hat die Magic Mouse zu bieten. Die 2 Seitentasten & die dritte Taste (drücken auf Mausrad) der alten Mighty Mouse fehlen und wurden durch keine neue Geste ersetzt – es müssen also Zwangsläufig die aktiven Ecken genutzt werden um Exposé oder das Dashboard zu nutzen. Für mich persönlich ist das kein Problem, da ich diese auch meistens in der Vergangenheit genutzt habe – doch für den einen oder anderen könnte das zum Knackpunkt im Workflow werden.

Für mich ein ganz großer Fehler ist die Zoom Funktion. Dafür muss die CTRL Taste + die Scrollfunktion der Maus genutzt werden, allerdings nicht um in ein Photo hinein zu Zoomen oder bei Photoshop das Bild zu vergrößern – nein es wird gleich der ganze Bildschirm vergrößert, für mich also ohne absoluten Mehrwert… diese Funktion ist über. Ein Fingerspreizen wie beim iPhone um die Zoomstufe in Photoshop zu erhöhen oder das Foto in iPhoto zu vergrößern wäre das, was ich mir von dieser Maus erwünscht hätte.

Abschließend bleibt noch die Ergonomie. Die flache Bauweise entspricht nicht gerade der normalen Haltung einer Hand – doch für mich, auch mit einer großen Hand ist dies kein Nachteil. Im Gegenteil, denn auf der Arbeit nutze ich nach wie vor die alte Mighty Mouse und das Arbeitsgefühl ist mit der neuen einfach deutlich Besser. Die Materialien wirken deutlich wertiger und liegen meines Erachtens besser in der Hand, aber das sollte jeder für sich selber ausmachen indem er ein Geschäft seines Vertrauens aufsucht.

Fazit

Die Apple Magic Mouse ist ein echter Hingucker und eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Bedienung, welche aber meiner Meinung nach nicht zuende gedacht wurden. Die Ergonomie und Materialien sind Top und geben einem das Gefühl ein echt hochwertiges Gerät in der Hand zu halten.

Zu hoffen ist, das Apple per Software Update noch weitere Gesten hinzufügt um wirklich das volle Potential der Multitouch Oberfläche auszunutzen.

// Info: Bilder könnt ihr bei Flickr einsehen

Andre Teich

arbeitet als Webentwickler und Webdesigner bei der Firma Tintometer in Dortmund. Die Fachgebiete sind die Webentwicklung mit PHP, JavaScript, MySQL, CSS und die Designarbeiten mit der Adobe Creative Suite.

7 Kommentare zu "Apple Magic Mouse im Test"

Basti 02. Nov 2009 um 12:40 Uhr

Danke für den sehr ausfürlichen Test!
Konnte die Mause am WE auch in Magdeburg kurz testen und bin sehr begeistert. Das mit dem fehlenden Scrollradklick ist zu verkraften, jedenfalls für mich, da ich die Mouse eh immer in Kombination mit Tastaturkombinationen nutze!

williwutz 02. Nov 2009 um 14:12 Uhr

Was soll denn ein Early Adaptor sein?

Die Leute, die alles immer direkt bei Erscheinen haben wollen, nennt man Early Adopters.

Kommt von dem Wort: to adopt

// Edit by Andre: Danke für den Hinweis, war aber nur ein Verschreiber ;)

André 02. Nov 2009 um 14:20 Uhr

@Basti die Zusatztasten fehlen mir auch weniger, für mich ist der große Knackpunkt echt diese komische zoom Funktion.

Auf dem iPhone macht so was Sinn, aber bei > 20 Zoll Monitoren nicht mehr. Deswegen hoffe ich auf eine softwareseitige Anpassung – die Hardware ist echt super genial.

Mario Buchin 02. Nov 2009 um 14:54 Uhr

Danke. Dein Artikel ist echt klasse!

Ja, also ich finde auf jedenfall das die Maus eine super Idee ist und die „Wisch“ Funktion finde ich gut platziert. Und die durchsichtige Box ist sehr Stylisch.

Ich hoffe auch das die noch mit weiteren Gesten nachrüsten.

Grüße

Marvin Poggensee 11. Nov 2009 um 22:42 Uhr

Guter, ausführlicher Test. Danke!

Ich konnte sie leider noch nicht testen, da ich sie noch nirgends gesehen habe. Allerdings kann ich sie mit meinem Mac gar nicht nutzen, da ich keine Bluetooth-Funktion habe (PPC G4 mit Tiger).

Die Zoom-Funktion mit CTRL-Mausrad gibt es doch schon lange. Ich habe, wie bereits erwähnt, Tiger und die Logitech MX518 Gamermaus und ich kann damit auch so zoomen. Der Zoom in Photoshop oder ähnlichem wird doch mit der Wahl- oder Kommando-Taste ausgeführt.

André 04. Dez 2009 um 11:39 Uhr

Mitlerweile gibts ja schon die eine oder andere Software mit der man die verschiedenen Gesten noch hinzufügen kann…von daher ist es für mich mitlerweile DIE perfekte Maus.

Fehlt nur noch das iTablet und ich bin wunschlos glücklich ;)

Thorwald 29. Jul 2010 um 11:18 Uhr

Ich finde die Maus auch echt genial – eine klare Innovation.
Allerdings vermisse ich die geschmeidige Oberfläche des Trackpads vom MacBook

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